Aachener Verkehrsverbund zieht positive Bilanz 2025

Starkes Deutschlandticket und wachsender eTarif

Der Aachener Verkehrsverbund (AVV) und die in ihm zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Parallel zu einer weiteren Verschiebung vom klassischen Bartarif hin zum Deutschlandticket konnten die Einnahmen deutlich gesteigert werden. Im Jahr 2025 erwirtschafteten die AVV‑Verkehrsunternehmen insgesamt 116,7 Millionen Euro. Damit stiegen die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr um 12 Millionen Euro (11,6 %). Der Anstieg ist vor allem auf die Erhöhung des Preises für das Deutschlandticket von 49 auf 58 Euro zum 01.01.2025 sowie auf steigende Nutzerzahlen zurückzuführen.

AVV-Geschäftsführer Hans-Peter-Geulen ordnet die Zahlen ein: „Auch wenn wir 2025 ein deutliches Einnahmeplus verzeichnen konnten, decken diese Mehreinnahmen die stark gestiegenen Ausgaben im öffentlichen Nahverkehr bei weitem nicht. Die Kosten für Energie, Personal und Infrastruktur sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen – und die aktuell hohen Spritpreise verschärfen diese Situation zusätzlich. Damit wir den Menschen in der Region weiterhin ein verlässliches und attraktives Angebot machen können, braucht es eine dauerhaft gesicherte und auskömmliche Finanzierung des Nahverkehrs.“

Deutschlandticket bleibt Wachstumstreiber

Das Deutschlandticket bleibt das dominierende Produkt im AVV. Im Jahr 2025 wurden von den Partnerunternehmen im AVV rund 1,9 Millionen D‑Tickets ausgegeben, was einem Zuwachs von 200.000 Tickets (12 %) entspricht. Rund 154.000 Personen nutzen pro Monat im AVV das Deutschlandticket. Seit der Einführung wurden allein von den Verkehrsunternehmen im AVV über 4 Millionen Deutschlandtickets verkauft. Die Einnahmen im Deutschlandticket‑Segment stiegen um 22 Prozent auf 89,2 Millionen Euro. Damit entfallen inzwischen 76 Prozent der gesamten Ticketeinnahmen auf das Deutschlandticket, während der AVV‑Tarif nur noch rund 23 Prozent ausmacht.

AVV‑Geschäftsführer Hans‑Peter Geulen betont die Bedeutung des bundesweiten Angebots: „2025 war für den AVV ein Jahr der Stabilisierung und des Aufbruchs. Das Deutschlandticket hat sich endgültig als Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs etabliert. Der Großteil unserer Fahrgäste ist inzwischen mit dem Deutschlandticket unterwegs – ein klares Signal, wie wichtig einfache Angebote für die Mobilitätswende sind.“

Besonders stark entwickelten sich das Deutschland‑Semesterticket, das inzwischen einen Anteil von rund 38 Prozent erreicht, sowie das Deutschlandticket Schule, das bei etwa 32 Prozent liegt. Insgesamt werden von den AVV-Partnerunternehmen monatlich rund 170.000 Abo-Produkte – einschließlich der Deutschlandticket‑ und der Job-Tickets – verkauft. Die Zahl der ausgegebenen Deutschland‑Jobtickets stieg um 10 Prozent. Insgesamt verfügen inzwischen rund 330 Unternehmen im AVV über Jobticket‑Verträge.

AVVTarif weiter rückläufig

Die Einnahmen im klassischen AVV‑Tarif gingen im Jahr 2025 um 13 Prozent zurück. Hauptgrund dafür ist die weitere Abwanderung in das Deutschlandticket, insbesondere durch die Einführung des Deutschland‑Semestertickets zum Sommersemester 2024. Die Zahl der AVV‑ABOs sank dadurch um fast 50 Prozent.

eTarif eezy.nrw: Nutzung steigt

Der elektronische Tarif eezy.nrw verzeichnet im AVV‑Gebiet ein starkes Wachstum. Im Jahr 2025 wurden rund 250.000 Fahrten über den eTarif abgerechnet, was einem neuen Rekord entspricht. Damit stieg die Nutzung gegenüber dem Vorjahr um 80 Prozent. Im Durchschnitt wurden monatlich mehr als 20.000 Fahrten über eezy.nrw durchgeführt. Landesweit verdoppelte sich die Nutzung des eTarifs auf über 8 Millionen Fahrten, der landesweit als der zentrale Tarif für Gelegenheitsfahrer etabliert werden soll.

Neuer Rheinlandtarif 1. Juni

Parallel zur positiven Entwicklung der Ticketnutzung bereitet der AVV gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein‑Sieg (VRS) die Einführung des neuen Rheinlandtarifs zum 1. Juni vor. Dieser ersetzt die bisherigen Verbundtarife und vereinfacht das Tarifsystem grundlegend. „Mit der zum 1. Juni gemeinsam mit dem VRS eingeführten Vereinfachung des Tarifsystems im neuen Rheinlandtarif passen wir uns konsequent an die veränderten Rahmenbedingungen an. Unser Ziel bleibt: Mobilität für die Menschen in der Region so einfach wie möglich zu machen, “ so Hans-Peter Geulen.

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